TinaA2B/ August 4, 2021/ Rezensionen, Tinas Rezension/ 0Kommentare

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Autorin: Christina Henry
Übersetzung: Sigrun Zühlke
Verlag: penhaligon / Blanvalet Verlag
Erschienen: 28. Juni 2021
Format: Hard Cover
ISBN: 978-3-7645-3236-9
Seitenzahl: 368 Seiten

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(Tinas Rezension)

Inhalt:

Die wahre – und schaurige – Geschichte von Captain Hook aus der Feder von SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Henry!

Du glaubst, meine Geschichte zu kennen. Natürlich, jeder kennt meine Geschichte, sie wird wieder und wieder erzählt. Aber sie entspricht nicht der Wahrheit. Denn Peter Pan lügt. Peter wird euch erzählen, dass ich der Bösewicht in seiner Geschichte bin, dass ich ihm Unrecht getan habe, dass ich niemals sein Freund war. Aber wie ich schon sagte, Peter lügt. Dies ist, was wirklich geschehen ist: Ich bin Peter Pan auf seine Insel gefolgt, weil er mir ewige Kindheit und unendlichen Spaß versprochen hat. Ich war sein erster und bester Freund auf der ganzen Welt und seine rechte Hand. Aber Peters Verständnis von Spaß ist so gefährlich wie ein Piratensäbel, und als ich das erkannte, wurde Nimmerland für mich zum Albtraum.

Meinung:

Peter Pan war mir eigentlich schon immer sehr suspekt. Während ihn die meisten feiern, und seine Abenteuer lieben, habe ich mir immer gedacht, dass er doch irgendwie ein seltsamer Junge ist und habe in ihm immer einen falschen und egoistischen Charakter gesehen. Deswegen war ich einfach so neugierig auf die Adaption von Christina Henry, denn schon der Klappentext klingt einfach so, wie ich mir Peter Pan immer in Wahrheit vorgestellt habe.

Jamie ist der erste Junge, den Peter Pan auf seine Insel geholt hat und ist deswegen auch nach hunderten von Jahren immer noch Peters engster Freund, jedenfalls denkt das Jamie noch zu Beginn.
Peter ist einfach ein Kind, und handelt wie ein Kleinkind – er liebt es, Abenteuer zu erleben, möchte ständig der Mittelpunkt von allem sein, alles was ihm gehört, darf ihm niemand wegnehmen und gerade das trifft auch auf seine Beziehung zu Jamie zu. Peter empfindet es schon fast als Verrat, weil Jamie sich auch um die anderen Kinder kümmert und ihnen hilft in Nimmerland zu überleben. Denn auch das Nimmerland ist eine große Lüge – aber mehr verrate ich nicht, lest es unbedingt selber. Jedenfalls sind die „Abenteuer“ blutiger Ernst und Peter kümmert es nicht im geringsten, wenn einer der Jungen stirbt; er kann sich ja Nachschub aus der „normalen“ Welt holen. Diesen Wesenszug hat die Autorin einfach gut umgesetzt. Und auch sonst entspricht dieser Peter Pan all meinen Vorstellungen, auch wenn sie überhaupt nicht positiv sind.

Jamie war mir von Anfang an sympathisch und es war wahnsinnig fesselnd, im Verlauf der Geschichte mit ihm die wahre Natur von Peter zu erkennen. Die Stimmung ist gar nicht, wie man es beim Klang des Wortes „Nimmerland“ erwartet, freudig sondern es herrscht eigentlich ständig eine bedrückende und fast ängstliche Stimmung. Schon allein deswegen sollte man nicht zu zart besaitet sein, hinzu kommen noch allerhand mörderische Kreaturen und Gestalten und auch Peters Tag der Schlacht ist eigentlich nur sinnloses Blutvergießen, dessen Sinn Jamie aber schon bald erfährt.

Auch wenn Jamie und Peter im Vordergrund stehen, sind die anderen Kinder gut gezeichnet und authentisch in ihrem Handeln. Sie sind alle unterschiedliche Charaktere, die – wenn es Jamie nicht gäbe – sich wohl nicht als Familie / Gruppe hätten halten können. Obwohl Peter der Anführer der Truppe ist, merkt man einfach, dass Jamie ihr Vertrauter ist, zu dem sie aufschauen und der sie zusammen hält.

Den Schreibstil von Christina Henry kenne ich ja schon aus den Chroniken von Alice und auch hier hat er mir wieder großartig gefallen, sie schreibt einfach geradlinig – und ohne große Ausschmückungen schafft sie es immer wieder, dass ich die Szenen vor meinem geistigen Auge sehen konnte.

Auch die Auflösung am Ende hat mir richtig gut gefallen und hat mir einen absoluten „Aha“ Effekt beschert und passte zur bedrückenden Stimmung und der gesamten Brutalität auf dieser Insel.

Fazit:

Genau so habe ich mir Peter Pan immer vorgestellt. Christina Henry hat wieder eine absolut geniale Adaption geschaffen, der sie mit ihren Ideen und ihrem bildhaften Schreibstil ihren eigenen Stempel aufdrückt. Eine brutale und bedrückende Stinmung herrscht in der gesamten Geschichte, die mich erst wieder losließ, als das Buch beendet war. Blutig und brutal, geheimnisvoll und auch magisch – eine klare Leseempfehlung! 5/5 Sterne

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