Werbung: Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen.de

Autorin: R. M. Grey
Verlag: dtv Verlag
Veröffentlichung: 29. Januar 2026 (ebook 1. Januar 2026)
ASIN: B0FD3HW2G7 / ISBN: 978-3423741316
Seitenzahl Print: 496
Inhalt
Ich weiche nicht zurück, als seine Lippen meinen Handrücken berühren, und die Welle der Ruhe strömt durch meine Hand, warm und angenehm. Er sieht zu mir auf und in seinen grünen Augen tanzen goldene Feuerfunken. »Verzeih mir, ich habe nicht nach deinem Namen gefragt.«
Eine stürmische Nacht im Westlichen Meer, eine dramatische Seeschlacht: Bei einem überwältigenden Angriff wird Asters geliebter Bruder Owen von einem Nightweaver ermordet. Die Nightweaver sind ursprünglich heilige Wesen aus einem höheren Reich und mit ungezähmter Macht über die Elemente verflucht. Seit sie vor sechshundert Jahren die Kontinente für sich beanspruchten, haben sie das Meer immer in Frieden gelassen, sodass die hohe See als sicherer Zufluchtsort für die Menschheit geblieben ist – auch für die siebzehnjährige Aster und ihre Familie. In dieser Nacht verliert Aster nicht nur ihr Zuhause und ihren Bruder, sondern muss auch erkennen, dass es Monster gibt, die schlimmer sind als Nightweaver, schlimmer als ihre schrecklichsten Albträume. Sie verschlingen Menschen und stehlen ihre Seelen. Die Familie wird gefangen genommen, doch statt sie ihrem Schicksal als Sklaven zu überlassen, verspricht ein gut aussehender Nightweaver namens Will ihnen Schutz und Arbeit auf seinem prunkvollen Anwesen. Aster hat geschworen, dass sie alles tun wird, um den Tod ihres Bruders zu rächen, auch wenn sie sich dazu vielleicht mit ihrem größten Feind verbünden muss. Aber kann sie dem mysteriösen Nightweaver Will wirklich vertrauen?
Düster, gefährlich, spannungsgeladen und mit dem gewissen Knistern – Perfekter Romantic-Fantasy-Lesestoff mit den Tropes forbidden love, enemies to lovers, forced proximity, morally grey heroes
Alle Bände der Nightweaver Saga:
Band 1: Nightweaver
Band 2: Starchaser
Band 3: Cursebreaker (erscheint im Herbst 2026)
Die Bände sind nicht unabhängig voneinander lesbar.

Meinung
Nightweaver (Die Nightweaver Saga, Band 1) hat mich mit seinem düsteren Setting und der Mischung aus Seefahrer-Atmosphäre, Magie und verbotener Anziehung sofort neugierig gemacht. Eine Piratin, ein Angriff auf offener See und eine Welt, in der übernatürliche Wesen die Macht übernommen haben – das klang nach genau der Art von Buch, das ich gern lese. Schnell wird deutlich, dass diese Welt nicht nur magisch, sondern auch brutal und blutig ist.
Der Einstieg fiel mir allerdings nicht leicht. Man wird direkt mitten ins Geschehen geworfen, was ich grundsätzlich sehr mag. Hier prasseln jedoch von Beginn an viele Informationen, Namen, Hintergründe und Zusammenhänge auf einen ein. Neue Figuren treten auf, politische Strukturen werden angerissen, verschiedene Kreaturenarten eingeführt – und das alles in einem Tempo, das mir kaum Zeit ließ, die Welt wirklich zu greifen. Dieses Gefühl zog sich leider durch weite Teile des Buches: Es passiert viel, ständig kommen neue Aspekte hinzu, und ich war häufig mehr damit beschäftigt, alles gedanklich zu sortieren, als emotional in der Geschichte anzukommen.
Das Worldbuilding ist ohne Frage großartig aber auch extrem dicht. Die Nightweaver haben was von Vampiren, funktionieren jedoch nach eigenen Regeln. Dann erfährt man noch mehr über die Strukturen in der Gesellschaft und erhält Infos zu zahlreichen weiteren Wesen und Legenden. Die Welt ist groß, komplex und voller Ideen – für mich jedoch stellenweise fast zu groß für einen Auftaktband. Mit der Einführung zusätzlicher Fabelwesen wurde die Welt noch einmal erweitert. Das war einerseits spannend, verstärkte bei mir aber auch das Gefühl, dass ohnehin schon sehr viele Elemente gleichzeitig Platz finden mussten.
Aster erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, was eigentlich eine gute Voraussetzung für Nähe ist. Doch durch die enorme Dichte an Ereignissen und Informationen blieb für mich wenig Raum, eine echte Bindung zu ihr aufzubauen. Hinzu kommt, dass es viele Figuren gibt, die parallel eine Rolle spielen, sodass ich irgendwann kaum noch auseinanderhalten konnte, wer gerade welche Position einnimmt.
Auch die zwischenmenschlichen Dynamiken haben mich zwiegespalten zurückgelassen. Zu Beginn entwickelt sich eine zarte romantische Verbindung, die aber irgendwann – aufgrund der Entwicklungen in der Handlung – in den Hintergrund rückt, und im Laufe der Handlung für mich auch nicht mehr wirklich nachvollziehbar war.
Der Weg zum Finale war für mich insgesamt etwas steinig. Erst im letzten Drittel fand die Geschichte für mich ein Tempo, das sich stimmig anfühlte: Auflösungen, klarere Entwicklungen und ein besseres Gleichgewicht zwischen Spannung und Erklärung. Dennoch blieb eine gewisse Distanz, weil ich über weite Strecken eher versucht habe, die komplexe Welt zu verstehen, als mich wirklich auf die Figuren einzulassen. Eine geheime Identität habe ich zudem recht früh durchschaut, was einen späteren Überraschungsmoment etwas abgeschwächt hat.
Trotz aller Kritik möchte ich betonen, dass hier viel Kreativität und stimmige Ideen spürbar sind. Die Welt ist vielschichtig, düster und voller Möglichkeiten – vielleicht sogar so sehr, dass sie mir zeitweise über den Kopf gewachsen ist. Ich bin neugierig, wie sich die Geschichte in den Folgebänden weiterentwickelt und ob dort mehr Raum für Vertiefung und emotionale Bindung entsteht.
Fazit
Nightweaver bietet eine komplexe, ideenreiche Fantasywelt mit düsterer und blutiger Atmosphäre und romantischen Elementen. Für mich war der Auftakt jedoch stellenweise zu dicht und überladen, wodurch es mir schwerfiel, wirklich einzutauchen. Im letzten Drittel zeigt die Geschichte deutlich ihr Potenzial – und macht mich ziemlich neugierig darauf, wie es weitergeht.