Werbung: Herzlichen Dank an den Verlag und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung.

Autorin: Emily Rudolf
Verlag: Fischer Verlag / Fischer ebooks
Veröffentlichung: 26. Januar 2026
ASIN: B0FW79KMYR / ISBN: 978-3104922218
Seitenzahl Print: 431
Inhalt
Cecilia arbeitet als Housesitterin und hangelt sich von Auftrag zu Auftrag. Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie den Boden unter den Füßen verloren, kann nicht einmal mehr ein WG-Zimmer bezahlen. Nun wird sie an der Villa der einflussreichen Familie Waldner abgesetzt, einsam gelegen auf einer winzigen Ostseeinsel. Die perfekte Idylle – die perfekte Falle. Denn Cecilia ist nicht zufällig hier: Eine machtvolle Anziehung verbindet sie mit Johannes Waldner, dem Sohn des verstorbenen Besitzers. Während Cecilia sich noch allein im Haus wähnt, machen sich vier Menschen auf den Weg zur Insel. Mit dunklen Geheimnissen und eigener Agenda. Aber würden sie dafür auch töten?
Der neue aufregende Pageturner der SPIEGEL-Bestsellerautorin
Perfider Nervenkitzel, psychologisch austarierte Figuren, raffinierter Plotaufbau und Twists, die immer überraschen.
In diesem Haus kann alles geschehen. Und immer wenn du zu wissen glaubst, wer welche Rolle spielt, hast du dich getäuscht.

Meinung
Das Buch hat mich schon mit der Ausgangsidee sofort neugierig gemacht. Allein auf ein fremdes Haus aufpassen, abgeschieden auf einer kleinen Insel – das klingt im ersten Moment nach Ruhe und Rückzug, aber auch nach einer Situation, in der sehr viel schiefgehen kann.
Der Einstieg über den Prolog ist gelungen und macht direkt klar, dass dieses Housesitting nicht wirklich idyllisch ablaufen wird. Danach wird die Geschichte nicht linear erzählt, sondern setzt sich Stück für Stück aus verschiedenen Zeitebenen zusammen – Rückblenden von wenigen Wochen und auch einigen Jahren ergeben als einzelne Puzzleteile immer wieder ein neues Muster. Genau dieser Aufbau hat für mich einen großen Reiz ausgemacht. Nach und nach fügt sich alles zusammen, und mit jeder neuen Information verändert sich der Blick auf das Geschehen.
Außerdem wechselt der Ich-Erzähler, auch wenn es vornehmlich um Cecilia geht, was manche Ereignisse plötzlich in einem ganz anderen Licht dastehen lässt.
Was zunächst wie ein eher ruhiger Thriller beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Geschichte, in der ich ständig gezweifelt habe: an den Figuren, an ihren Motiven und manchmal sogar an meiner eigenen Einschätzung der Situation. Ich wusste lange nicht, wem ich trauen kann – und genau das hat mich zum Weiterlesen gezwungen.
Die Wendungen kamen überraschend, wirkten für mich aber nie konstruiert oder überzogen. Dieses Gefühl von Zweifel zieht sich auch durch die Figuren – niemand wirkt eindeutig oder vollständig greifbar, was gut zur Atmosphäre der Geschichte passt. Diese trägt viel zur Spannung bei. Die abgelegene Villa, die Insel, das Alleinsein – all das sorgt für eine unterschwellige Bedrohung, die sich langsam aufbaut und das Ende hat mich tatsächlich etwas nachdenklich zurückgelassen.
Es ist ein Abschluss, der alles erklärt aber auch einer, der mich zum Nachdenken brachte.
Fazit
Die Housesitterin ist ein spannender, clever aufgebauter Thriller, der vor allem von seiner Atmosphäre, dem Kapitel-Aufbau und den wechselnden Ich-Erzählern lebt. Für mich ist es ein Buch, das weniger auf Action setzt, dafür aber mit den vorgenannten Dingen dafür sorgte, dass ich es nicht zur Seite legen wollte. Ich gebe gern eine Leseempfehlung!