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Autor: Matthew Blake
Verlag: Fischer ebooks
Erschienen: 01. Dezember 2025
Format: ebook
ASIN: B0F4ZQVLQ1
Seitenzahl Print: 374 Seiten
Inhalt
Was, wenn eine Erinnerung dich das Leben kosten kann?
Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus, erhält einen merkwürdigen Anruf aus Paris: Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht und behauptet, sie heiße eigentlich Sophie und habe hier vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris, um sich um die scheinbar verwirrte Josephine zu kümmern. Doch diese besteht darauf, dass sie eine verlorene Erinnerung wiedererlangt hat und die Wahrheit sagt. Als Josephine wenig später ermordet wird, ist klar: Jemand möchte verhindern, dass die Vergangenheit ans Licht kommt. Olivia muss sich fragen: War ihre Großmutter wirklich eine Mörderin? Und was hat das Ganze mit Olivias eigenen traumatischen Erinnerungen zu tun?
Der neue raffinierte Psychothriller von Matthew Blake, Autor des weltweiten Bestseller-Phänomens »Anna O.«

Meinung
Nach „Anna O.“ war meine Erwartung an Matthew Blakes neues Buch ziemlich hoch. Wieder geht es um Erinnerungen, um das, was unser Gehirn verdrängt, verdreht oder schützt – und darum, ob es gefährlich es sein kann, wenn Vergangenes plötzlich wieder an die Oberfläche kommt.
Im Mittelpunkt steht Olivia, eine Therapeutin und Gedächtnisspezialistin aus England, deren Leben durch einen unerwarteten Anruf aus Frankreich komplett durcheinander gerät. Was zunächst nach einem familiären Notfall klingt, entwickelt sich schnell zu etwas viel Größerem und Düsterem. Von diesem Moment an entfaltet sich die Geschichte auf mehreren Zeitebenen, was mir gut gefallen hat: Die Handlung springt zwischen der Gegenwart, Ereignissen etwa ein Jahr zuvor und Passagen aus der Vergangenheit. Diese unterschiedlichen Stränge wirken zunächst getrennt, fügen sich aber nach und nach zusammen. Genau das macht für mich einen großen Reiz des Buches aus, man merkt, wie sich das Gesamtbild langsam formt.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, stellenweise sehr stimmungsvoll. Matthew Blake versteht es, Spannung aufzubauen und über weite Strecken zu halten. Auch thematisch fand ich den Fokus auf Erinnerung und ob man sie manipulieren kann, spannend umgesetzt – gerade im Zusammenhang mit Olivias Beruf und ihrer eigenen Vergangenheit.
Was mir allerdings weniger gefallen hat, war das letzte Drittel. Während sich der Thriller anfangs eher ruhig, aber gleichbleibend entwickelt, überschlagen sich zum Ende hin plötzlich die Ereignisse. Die Auflösung kommt sehr schnell, fast gehetzt, und wirkt im Vergleich zum „davor“ zu einfach und zu glatt. Ohne spoilern zu wollen: Olivia nimmt einige Enthüllungen plötzlich so hin, obwohl sie vorher doch vom Gegenteil überzeugt war, hier hätte ich mir mehr Raum für ihre Gedankengänge und Erkenntnisse gewünscht, so wie es vorher immer der Fall war.

Fazit
Sophie L. ist ein clever konstruierter Psychothriller mit einem starken Grundthema, spannenden Zeitebenen und einer durchdachten Idee. Über weite Strecken hat mich das Buch sehr gepackt – auch wenn mich das Ende nicht ganz überzeugen konnte. Trotz dieser Schwäche bleibt es ein lesenswerter Thriller, und ich empfehle das Buch gern weiter.